Laurentiuskapelle im Kapellenweg 1
In direkter Nachbarschaft zum Sickinger Hof steht die Laurentiuskapelle. Die Sickinger erbauten an dieser Stelle im Jahr 1783 eine Kapelle. Es wird vermutet, dass sie als Nachfolgebau der 1764 abgerissenen gotischen Schlosskapelle diente, die bereits 1408 als Kapelle mit Laurentiusaltar urkundlich erwähnt worden war.
Die Sickinger nutzten sie als private Haus- und Burgkapelle. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde das Gebäude als Getreidespeicher genutzt. 1796 kaufte die lutherische Gemeinde die Kapelle und ab 1821 wurde sie wieder zweckentfremdet und rund 100 Jahre als Hopfenscheune und Lager genutzt. Der Bau wurde im Jahr 1926 von der evangelischen Gemeinschaft erworben und zur Scheffnerkapelle umgetauft. Warum dieser Name gewählt wurde, ist nicht überliefert.
Seit 1987 gehört die Kapelle der Stadt Walldorf. In den Jahren 1998 und 1999 wurde die Kapelle umfassend renoviert und erweitert. An der Westseite des Gebäudes ist noch das Allianzwappen Sickingen/von Magenheim angebracht. Darüber steht in einer Nische des Giebels die Statue des Heiligen Laurentius. Auf der Giebelspitze findet man heute wieder ein Storchennest – eine Anspielung auf die vielen Störche, die früher im Schlossbezirk brüteten.
Aktuell wird die Laurentiuskapelle von der Stadt Walldorf für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt.
In Kürze
Baujahr: 1783
Architekt: Sickinger
Historische Ereignisse vor Ort: 1783 von den Sickinger als private Haus- und Burgkapelle erbaut, steht die Laurentiuskapelle vermutlich an der Stelle einer bereits 1408 erwähnten gotischen Schlosskapelle. Heute gehört sie der Stadt Walldorf und wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Standort: Kapellenweg 1